Mehrwegbecher aus Recyclingmaterial beim ESC 2026
Beim ESC 2026 in Wien kommen 100.000 Mehrwegbecher aus Recyclingmaterial zum Einsatz. Das Projekt zeigt einen österreichischen Kunststoffkreislauf.

Beim ESC 2026 in Wien kommen 100.000 Mehrwegbecher aus Recyclingmaterial zum Einsatz. Das Projekt zeigt einen österreichischen Kunststoffkreislauf.

Die Preise der Industriemetalle blieben im zurückliegenden Berichtszeitraum auf hohem Niveau. Zwar gab es an der LME eine geringe Volatilität in die eine oder andere Richtung, insgesamt blieb der Rohstoff Metall aber teuer. Die Auswirkungen sind inzwischen in der Bauindustrie angekommen, denn nicht immer können festere Preise an den Bauherrn weitergegeben werden - das trifft insbesondere größere Projekte im Rahmen von Ausschreibungen. Kleine und mittlere Bauunternehmungen verzichten deshalb schon auf längerfristige Projekte oder rechnen, sofern das vertraglich möglich ist, den Materialeinkauf mit dem Bauherrn zum Tagespreis ab.

Von einem Recyclingweltmeister Deutschland spricht schon länger niemand mehr. Aber es stellt sich dennoch die Frage, wo Deutschland im internationalen Vergleich in der Kreislaufwirtschaft positioniert ist. Anhand von Patentanmeldungen hat Prognos im Auftrag der Bertelsmann Stiftung versucht, mit der Studie „Innovationsanalyse zur Circular Economy" diese Frage zu beantworten.

Der Ausbau der Elektromobilität verlagert die industrielle Wertschöpfung hin zu Batterien und kritischen Rohstoffen wie Lithium, Nickel, Kobalt und Graphit, die zu strategischen Ressourcen werden. Elektrofahrzeuge benötigen deutlich mehr mineralische Rohstoffe als Verbrenner, was Kostenrisiken sowie ökologische und soziale Herausforderungen in globalen Lieferketten verstärkt. Die bisher lineare Batterie-Wertschöpfung gerät dadurch an ihre Grenzen. Recycling ist ein wichtiger Lösungsbaustein, kann den steigenden Materialbedarf kurzfristig jedoch nicht allein decken. Der Bericht „Leading the charge: Turning risk into reward with a circular economy for EV batteries and critical materials" der Ellen MacArthur Foundation zeigt, dass ein systemischer Ansatz erforderlich ist, der Recycling mit Batterie-Design, Nutzung, Zweitnutzung und neuen Geschäftsmodellen verbindet.

Biogene Abfälle und Reststoffe gewinnen im Zuge der Transformation hin zu einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Der Bericht „Verwertung biogener Abfälle und Reststoffe - Kohlenstoffquelle, Bioenergie & negative Emissionen" vom Deutschen Biomasseforschungszentrum beleuchtet aktuelle Entwicklungen, technologische Ansätze und politische Rahmenbedingungen entlang der stofflichen und energetischen Verwertung biogener Reststoffe und zeigt auf, welche Rolle die Abfall- und Kreislaufwirtschaft künftig für Defossilisierung, Ressourceneffizienz und eine zirkuläre Bioökonomie einnimmt. Der Bericht wurde in „Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft" veröffentlicht.

Biogas wird in der energiepolitischen Debatte häufig unterschätzt oder als Auslaufmodell behandelt. Die Studie„Zukunftsaussichten der Biogasbranche", die das Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme im Auftrag des Fachverbandes Biogas erstellt hat, zeigt jedoch: Als Energie- und Kohlenstoffträger aus Rest- und Abfallstoffen kann Biogas einen zentralen Beitrag zur Energiewende und zur Kreislaufwirtschaft leisten.

Die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft stellt Industrie, Bildungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger vor weitreichende Herausforderungen. Besonders die chemische Industrie und die Materialwissenschaften spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie schaffen die technologischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen, um Materialien effizienter zu nutzen, Produkte langlebiger zu gestalten und Stoffkreisläufe zu schließen. Der Bericht „Jobs and skills for a circular economy: a cross-sector perspective from the chemical and materials science and engineering communities" fasst zentrale Erkenntnisse einer Gemeinschaftsstudie des Institution of Chemical Engineers (IChemE), des Institute of Materials, Minerals and Mining (IOM3) und der Royal Society of Chemistry (RSC) zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Veränderungen im Kompetenzbedarf, die Anforderungen an Bildungswege, Schwierigkeiten bei der Fachkräftegewinnung und die politischen Handlungsoptionen.

Die Technologien sind da, die Fristen rücken näher - und die Lücken zwischen politischem Anspruch und praktischer Umsetzung sind unübersehbar. Bei den 27. Bayerischen Abfall- und Deponietagen in Augsburg diskutierten rund 450 Fachleute, was es braucht, um Recycling und Rohstoffrückgewinnung vom Ziel zur Realität zu machen.

Die Fachmessen Solids & Recycling-Technik Dortmund haben im Jubiläumsjahr der Solids einen Anstieg der Besucherzahlen verzeichnet. Insgesamt 5.082 Fachbesuchende nahmen an der Veranstaltung teil, was einem Zuwachs von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Rund 370 Unternehmen präsentierten ihre Technologien und Dienstleistungen aus den Bereichen Schüttgut-, Prozess- und Recyclingtechnik.

Die Produktion von Informations- und Kommunikationstechnologien erzeugt hohe Treibhausgasemissionen, während die Nutzungsdauer vieler Geräte immer kürzer wird. Die von Fraunhofer Umsicht durchgeführte Studie "Treibhausgaseinsparungen durch die Wiederverwendung ausgewählter IKT-Geräte" verwendet eine Lebenszyklusanalyse, um zu untersuchen, inwieweit die Wiederverwendung und Aufrüstung von Smartphones, Tablets, Laptops und Desktop-PCs zur Reduzierung dieser Emissionen beitragen kann.

Die zunehmenden Mengen an abfallenden elektrischen und elektronischen Geräten stellen weltweit erhebliche Herausforderungen für politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Abfallmanagementsysteme dar. Eine effektive Kreislaufwirtschaft erfordert, dass sowohl formale als auch informelle Materialflüsse transparent erfasst und quantifiziert werden. Anhand der Niederlande als Beispiel analysiert die Studie "Improving WEEE monitoring: insights from the Netherlands" von niederländischen Wissenschaftlern, wie ein nahezu geschlossenes Überwachungssystem für WEEE eingerichtet werden kann, welche Datenlücken noch bestehen und welche Maßnahmen geeignet sind, um die Aufzeichnung informeller Flüsse in Zukunft zu verbessern. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Resources, Conservation & Recycling" veröffentlicht.

Japan gilt als Pionier im Bereich Recycling mit hoher technischer Kompetenz und ausgeprägter Effizienz. Aber wie entwickelt sich das Modell der Kreislaufwirtschaft dort über das konventionelle Recycling hinaus? Die Studie "Circular business models in Japan: Analysis of circular business transformation through an institutional approach", durchgeführt von Forschern aus den Niederlanden und Japan, zeigt, dass die Transformation weniger disruptiv und vielmehr kooperativ ist. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Sustainable Production and Consumption" veröffentlicht.

Globale Lieferketten schwächeln, die Rohstoffpreise schwanken stark und die regulatorischen Anforderungen werden immer strenger. Unter diesen Bedingungen werden lineare Geschäftsmodelle, die auf konstantem Ressourcenverbrauch und kurzen Produktzyklen basieren, zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko. Der von Circle Economy veröffentlichte Bericht "Mitigating linear risks" zeigt, dass zirkuläre Strategien längst nicht mehr nur ein Nachhaltigkeitsthema sind, sondern zu einem wichtigen Instrument des Risikomanagements werden.

Flexible Kunststoffverpackungen sind materialeffizient, funktional und marktwirtschaftsfördernd, aber auch technisch anspruchsvoll und wirtschaftlich schwer recycelbar. Mehr als die Hälfte aller Kunststoffverpackungen entfallen heute auf flexible Anwendungen, aber bisher waren geschlossene Materialkreisläufe die Ausnahme. Der Bericht "The challenges and solutions for flexible plastic packaging waste" der "Alliance to end plastic waste" zeigt, welche technologischen, infrastrukturellen und regulatorischen Anforderungen erfüllt werden müssen, damit Problemströme zu widerstandsfähigen Wertströmen werden.

Die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe ist politisch festgelegt, technologisch fortschrittlich und gesellschaftlich akzeptiert, und dennoch bleibt ihr Erfolg begrenzt. Zwischen ehrgeizigen Zielen und der operativen Realität der Abfall- und Recyclingbranche besteht eine strukturelle Kluft. Der Artikel "Decoding the barriers for a circular plastics industry: An equation framework" eines schwedischen Wissenschaftlers zeigt, warum bekannte Barrieren noch nicht überwunden wurden, warum einzelne Maßnahmen zu nichts führen und welche systemischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Kunststoffkreisläufe tatsächlich funktionieren. Der Artikel wurde in der Fachzeitschrift "Nachhaltige Produktion und Konsum" veröffentlicht.

Die Dekarbonisierung der Industrie ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Volkswirtschaften. Während energieintensive Primärindustrien stark unter Druck stehen, sich zu transformieren, zeigt der Bericht der British Metals Recycling Association "Recycling Today for a Greener Tomorrow: a Roadmap to Net Zero for the UK Metals Recycling Industry", dass der Metallrecyclingsektor des Landes ein strategischer Hebel für eine klimaneutrale Industriepolitik sein kann.

Elektroaltgeräte sind ein Quell des Ärgers: Die Mengen nehmen stetig zu, das ohnehin schon komplexe Recycling wird durch Designentwicklungen erschwert und mit jeder neuen Batterie droht Brandgefahr. Daher schlägt Recycling Europe in der „EU Recyclers' Roadmap: For a circular & future-proof e-waste sector" sechs Maßnahmen vor, mit denen es besser werden soll.

Knapp 380 Teilnehmer konnte der Schweizer Recyclingkongress 2026 verzeichnen, der Ende Januar von Swiss Recycle und SVKI veranstaltet wurde. Neben der Revision des Umwelt-schutzgesetzes (USG) und der Vorbereitung zur Wiederverwendung von Elektrogeräten stand auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Recyclingbranche im Fokus.